Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Soziale Arbeit mit gemeindepädagogisch-diakonischer Qualifikation

 

 

 

 

Gemeindepädagogik und Diakonie

Konzeption


Gemeindepädagog/inn/en und Diakon/inn/en gestalten die soziale Sphäre unserer Gesellschaft mit. Sie arbeiten in evangelischen Kirchengemeinden, Dekanaten, Einrichtungen und Diensten der Kirche und Mitgliedsorganisationen der Diakonischen Werke oder anderen freien und öffentlichen Trägern der Sozialen Arbeit.

Ausgangspunkt der Professionalisierung ihrer beruflichen Identität ist die Soziale Arbeit. Professionelle in der Sozialen Arbeit gestalten mit den Menschen, die von Exklusion oder anderen Gefährdungen menschlichen Lebens betroffenen sind, deren individuelle und kollektive Lebenslagen. Sie versuchen die Phänomene individueller und kollektiver Lebenslagen im Zusammenhang mit ökonomischen, politischen, ideologischen und ökologischen Bedingungen, gesellschaftlichen Werten, Normen und Sanktionen, sowie anthropologischen und psychologischen Gebundenheiten zu verstehen und zu deuten. Darauf bezogen befassen sie sich mit exkludierenden gesellschaftlichen Strukturen und deren Folgen für die Lebenszusammenhänge der Menschen. Zu den wesentlichen Zielen Sozialer Arbeit gehören: Teilhabe ermöglichen, Ressourcen erschließen, Bildungsprozesse begleiten, Autonomie und Bindungsfähigkeit fördern, Wertschätzung und Anerkennung aufbauen. Darauf bezogen werden theoretische Grundlagen gelegt und Konzepte des Handelns entwickelt.

Gemeindepädagoginnen und Diakoninnen beziehen in die Gestaltung der Ziele und Aufträge und Handlungsformen Sozialer Arbeit die religiöse Dimension als Form des Erkennens und Art des Deutens menschlichen Lebens ein. Sie begleiten und unterstützen, fördern und bilden Menschen in deren Lebensvollzügen. In solcher Hinwendung zum Menschen bringen sie die gute Botschaft des lebensfreundlichen Gottes in Gestalt und Sprache und setzen Zeugnisse des Glaubens (Erzählungen, Symbole, Rituale, Feiern usw.) in Beziehung zu den Menschen.

Die gemeindepädagogisch-diakonische Qualifikation ermöglicht zusammen mit dem Studium der Sozialen Arbeit professionelle gemeindepädagogische und religionspädagogische sowie diakonische Qualifikationen und Orientierungen in den Handlungsfeldern von Kirche und Diakonie. Dies wird in Verbindung mit den Studienbegleitenden Angeboten (Baustein 2) und Fortsetzung wie Ergänzung des im Studium der Sozialen Arbeit Erarbeiteten gestaltet (Baustein 1).

In dem eingeschobenen zusätzlichen Semester (siehe Baustein 2) geht es um den Erwerb der für die Doppelqualifikation spezifischen gemeindepädagogisch-diakonischen Kompetenzen und Kenntnisse. Dabei werden Theorie und Praxis kirchlicher, gemeindlicher und diakonischer Arbeitsfelder aufeinander bezogen mit dem Ziel, die eigene gemeindepädagogische und religionspädagogische Berufpraxis auf der Basis theoretischer Reflexion zu verantworten. Dafür benötigen die Studierenden zum einen sachlich und historisch fundierte kritische Kenntnis von Struktur, Funktion und Aufgabe von Kirche und Diakonie (Modul 15) und zum anderen spezifische arbeitsfeldbezogene Formen und Kompetenzen, um das Evangelium zu kommunizieren und zu bezeugen. Zu diesen gehören die Handlungsformen der Sozialen Arbeit wie auch die klassischen kirchlichen Handlungsformen Liturgie, Seelsorge und Religionspädagogik (Modul 14).

Studienbegleitende Angebote (Reflexionstage und Mentorenprogramm) in den vorangegangenen Semestern haben den Transfer sozialarbeiterischer und sozialpädagogischer Kompetenzen in die Arbeitsfelder Kirche und Diakonie vorbereitet.

Im eingeschobenen zusätzlichen Semester werden die professionellen Kompetenzen durch die gemeindepädagogisch-diakonische Theoriebildung und das Kennenlernen wie Einüben der klassischen kirchlichen Handlungsformen in Bezug auf die Handlungsfelder der Sozialen Arbeit in Kirche und Diakonie ergänzt und vertieft.

Bachelor-Thesis (Modul 13) und Berufseinstiegsmodul (Baustein 3) dienen einer professionellen Synthese beider Qualifikationen, die sich in einer reflektierten persönlich-spirituell vermittelten Haltung und Handlungsfähigkeit zeigt.

Nach dem Studium folgt ein zur Qualifikation als Diakon/in bzw. Gemeindepädagoge/Gemeindepädagogin hinzugehörendes Berufseinstiegsmodul, das die Ev. Kirche in Hessen und Nassau und die Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck zusammen mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt und dem Hessischen Diakoniezentrum Hephata verantworten. Dieses Modul wird gegenseitig von den Landeskirchen anerkannt.
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